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Digitalisierung


Digitalisierung

Die Digitalisierung ist zunächst die Umwandlung von analog zu diskret (1 und 0), damit man elektronisch erfassen, speichern, auswerten, senden etc. kann. Erst daraus erwachsen Vorteile. Digitalisierung beschreibt auch den Wandel in der Gesellschaft (inkl. Wirtschaft) zu mehr Vernetzung, schnellerer Verfügbarkeit von Informationen und den sich daraus ergebenden Verwerfungen auf dem Weg zur Wissens- und Innovationsgesellschaft. Die Logistik erkennt die Bedeutung der Digitalisierung, treibt sie voran, steht sich dabei im Weg und schafft sich damit auch teilweise selbst ab.

Der Logistik ist schon seit Jahrhunderten klar, dass die Information wichtiger ist als die Ware. Denn ohne die Information geht gar nichts, weder bei der Verpackung, der Abholung, der Streckenführung, dem Umschlag, den Zollvorgängen, der Zustellung, noch bei den nachgelagerten Administrationsprozessen inkl. Steuern. Fehlt die Information oder ist sie falsch, ist der Logistiker in der Praxis immer der Schuldige. Informations- und Kommunikationsinnovationen stehen daher in der Digitalisierung der Logistik im Mittelpunkt. Die Logistik ist in Sachen Digitalisierung allerdings mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten unterwegs.

Auf der einen Seite stehen die Turbodigitalisierer, die sich selbst neu als IT-Firmen begreifen, die sich mit Warenbewegungen befassen. Ein Beispiel dafür ist UPS: UPS investiert jedes Jahr über USD 1 Mrd. in Digitalisierung und das Heben der damit verbundenen Potentiale Mittels den Methoden des Operations Research. Andere Integratoren und Grossspeditionen, Betreiber von Grossanlagen (z.B. Häfen) und grossen Fuhrparks (Strasse, Schiene, See) sind ähnlich unterwegs. Die Logik war bislang immer: Standard-Prozesse + hohes Volumen = Vollgasdigitalisierung (mit einigen regionalen Ausnahmen), kostengünstiger, fehlerfreier und sicherer durch das Verbannen der Menschen in Leitstände der gewünschte Nebeneffekt.

Das Gros der Logistik ist bereits irgendwie untereinander digital vernetzt. Logistikdienstleister in Systemverbünden, über eigene und fremde Plattformen mit Kunden und Lieferanten (z.B. Frachtenbörsen). Die Logistik von Handel und Industrie mit ihren Hausspeditionen oder den eigenen Fahrzeugflotten. Dabei gaben die Verlader auch immer weitere Teile der Wortschöpfung, etwa die Beschaffungs-logistik, an Logistikdienstleister, die erst durch die Digitalisierung bei der Verladerschaft diese Dienste überhaupt anbieten können und deren Digitalisierungskompetenz entsprechend selbst zunehmend nachgefragt wird (oder implizit und mit der Idee der Kostenlosigkeit vorausgesetzt wird). Im Resultat arbeiten viele Logistiker heute an einer Vielzahl von Plattformen und Systemen, deren Integration unterschiedlich gut und meist doch nur über den Faktor Mensch gelingt.

Auf der anderen Seite stehen die Unternehmen, die sich zukunftsgerichtete, weitergehende Digitalisierung nicht leisten können (Email und Excel heißt da noch immer Fortschritt), leisten wollen oder bei denen das Geschäft die Investition (noch) nicht rechtfertigt, etwa in Teilen der Projektlogistik. Zudem ist die Logistik, auch wenn sie sich gerne anders gibt, eine traditionelle und vorsichtige Branche. Die Margen sind knapp und niemand will sich ver-investieren. Und möglichst überall alles an Geschäft mitnehmen, egal wie verschieden – was natürlich die Digitalisierung erschwert, da die Standards auf Kundenseite fehlen. Die Digitalisierungs-Skepsis liegt auch an den Erfahrungen der Unternehmen aus den 60ern, 80ern und 90ern, als mit IT starre Prozesse und inflexible Systeme einhergingen. Beides sind Erzfeinde kundenorientierter Logistiker. Dadurch winken viele ab, bevor sie überhaupt die Möglichkeiten der Digitalisierung für sich genauer analysieren. Das macht die Kommunikation der Digitalisierung in der Logistik übrigens schwer.

Digitalisierung hat auch viel mit Kreativität zu tun. Potentiale sehen und heben erfordert entsprechendes (analytisches und technisches) Know-How und entsprechende Strukturen. Beides hat die Logistik zu wenig, beides wird zu wenig als wertvoll begriffen. Zu viel Personal wurde zu lange und bis jetzt trainiert, billig und ohne viel Verstand einfache Sachen zu machen, mehr oder weniger gut und schnell abzutippen oder schnell-schnell copy & paste weiterzugeben. Ideen zur wirkungsvollen Prozessverbesserung von innen sind nur bei den besten Logistikdienstleistern gerne gesehen. Und Nebenbei: solche Ideen zeigen ja auch die Ineffizienz aktueller Prozesse (und damit die Unfähigkeit des existierenden Managements) und erfordern präziseste konzeptionelle und umsetzende Arbeit. das Total anstrengend... den oftmals Jungen Digitaldenkern mit deftigen Worten einen auf den Deckel zu geben und das Ding bis zur Rente zu schaukeln ist für weite Teile des aktuellen Logistik-Managements viel einfacher und mit wenig Gesichtsverlust machbar. Wen wundert es da, dass die Branche über Nachwuchsmangel klagt (siehe Challenge-Factsheet „staff“)..

Insgesamt wandelt sich auch das Branchen- und Berufsbild hin zu mehr IT. Es ist vollkommen unklar, ob und welche Speditionen in Zukunft die Logistikwelt beherrschen. Oder ob sich Techfirmen mit Plattformen und autonomen Systemen durchsetzen. Oder ob die Verlader die Logistik-Kompetenz via Algorithmen wieder ins Haus holen, ob dabei das an Logistikdienstleister in den Outsourcing-Wellen losgewordene Personal zurückgeholt wird oder nicht.

So oder so kommen die Logistikdienstleister weiter unter Druck. Heute operieren viele mutwillig-bewusst oder als (falsch verstandenen) Kundenservice nach dem Motto „schick’ das und wir machen dann schon“. Sie verbiegen sich für das Nichtwissen und die Schlamperei von Kunden. Digitalisierung hebelt diese Kompetenzschranke und Vernebelungsmaschine aus. Wenn in Dokument XY ein Eintrag sein muss, wird ein System den Eintrag in XY machen müssen. Und wenn der Container alle 15 Minuten die Position, die Temperatur und Stromzufuhr durchgibt, ist Logistik so transparent, dass Verlader Lösungen einfacher selbst oder mit der Konkurrenz nachbauen können. Zudem ist erstmalig Leistungsversprechen der Logistik massenhaft und kostenlos überprüfbar.

Es ist absehbar, dass Digitalisierungsverweigerer binnen kurzer Zeit vom Markt verschwinden, wenn der digitale Wettbewerb seine Kosten hinreichend gesenkt und die Leistungen hinreichen weiter verbessert. Die etablierte, digitale Logistik sowie wohlfinanzierte Tech-Startups werden den Rest des Marktes im Analogen stehen lassen oder in (prekäre) Abhängigkeits-Verhältnisse bringen.

Logistik-Apps waren gestern, heute sind die Systeme autonom, morgen bemerken wir sie gar nicht mehr. Wie zu Anfang geschrieben: Digitalisierung kennt nur Einsen und Nullen und so wird’s auch kommen: Gewinner oder Verlierer.

Size of Prize“ (was ist das wert?)

So viel, dass es müßig erscheint, überhaupt darüber nachzudenken. Es ist revolutionär. Daher ist es in einer Potenz viel Wert und kaum messbar mit hinlänglichen Werten aus der „legacy“ Zeit, der letzten Dekaden.

Aktuelle Themen

  • Datenaufbereitung, Datenzusammenführung und Datenanalyse
  • Interaktion Mensch-Maschine bzw. Mensch-System
  • (Teil-) Autonome Systeme (IoT, LKW, Lager, Compliance-Software, ...)
  • Digitale Transformation in sämtlichen Bereichen: Einkauf, Verkauf, Intralogistik, Operations, ...
  • Regularien für digitale Innovationen (Platooning, Datenschutz, Autopiloten, Flugverbotszonen, ...)
  • Startups (siehe disaggregation *.png)
  • Bitte beachten: Digitalisierung und Automatisierung gehen immer Hand in Hand

Was bedeutet das für die Logistik?

  • Hinter der Digitalisierung steckt nichts anderes als der alte Wettkampf um Produktivität, Kostensenkung und Märkte.
  • Der Geschwindigkeits- und Kostendruck wird weiter zunehmen
  • Neuer Wettbewerb von und neue Abhängigkeit von Technologiefirmen (die neuen Könige sind nicht die Macher, sondern die Datenbesitzer- und diejenigen IT-Dienste, die am nahesten an den zahlenden Kunden sitzen)
  • Machtverschiebung hin zu IT und den Innovativen (insb. Operations Research)
  • Kompletter Wandel der Tätigkeitsfelder und benötigten Kompetenzen
  • (ein Verkaufsinnendienst hat bald nichts mehr abzutippen)
  • Neue Geschäftsfelder und Geschäftsmodelle
  • (z.B. könnten die Logistikdienstleister einfach alle möglichen Kunden- und Bewegungsdaten verkaufen, analog Medienhäuern wie Facebook und Google, nur eben dass die Daten der Logistikdienstleister real und exakt sind)

Kernherausforderungen

  • Herauszufinden, was wirkliche digitale Innovationen sind die zu meinem Unternehmen und meinen Kunden und meinen Stärken passen
  • Transformation (Menschen, Strukturen, Prozesse neu einstellen)
  • Differenzierung (wie sich in der Welt von klicky-klicky und autonomen Systemen abheben und verkaufen?)
  • Sicherheit in der digitalen Transportwelt so gut wie möglich herstellen
  • Die digitale Transportwelt nationalstaatlich-rechtlich kontrollieren

Einordnung am 3-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit (people, planet, profits) People: komplette Änderung der Arbeitswelt, Gefahr des gesellschaftlichen Zerfalls in Wissens- und Nichtwissensgesellschaft (Eierköpfe gegen Mittelalter) Planet: die Umwelt sollte mit mehr Effizienz und Transparenz profitieren können, wenn Kostensenkungen zu bizarr mehr Verkehr führen (wie im ecommerce): schlecht Profits: unklar, wahrscheinlich weitere Verschiebung der Gewinne zur IT.

Zuordnung zu den Konferenzen

Wo Wann Wer Thema
Forum II 10.05.2017
14:00 – 15:30
Bundesverband Paket und Expresslogistik e. V. (BIEK) Urbane KEP-Logistik: Innovative und nachhaltige Technologien auf der letzten Meile
Forum III 09.05.2017
13:30 – 15:00
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Bitkom Intelligente Welt – das Bühnenmagazin: Wie Digitalisierung Transport und Logistik verändern wird
Forum III 09.05.2017
15:30 – 17:00
AIM-D e.V. Der Beitrag der AutoID-Technologien zur Automatisierung der Unternehmensprozesse auf dem Weg zu Industrie 4.0 – unter besonderer Berücksichtigung transportlogistischer Aspekte
Forum I 10.05.2017
10:00 – 11:30
Deutsches Verkehrsforum e.V. (DHF) Standortfaktor Digitalisierung: Wie verändert sich der Logistikmarkt?
Forum I 10.05.2017
14:00 – 15:30
Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V. Operative Exzellenz in der Logistik mit und ohne 4.0
Forum II 10.05.2017
10:00 – 11:30
LOGISTIK HEUTE / HUSS-VERLAG GmbH & Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML Logistik für die letzte Meile – Konzepte und technische Lösungen für die Innenstadtbelieferung
Forum III 10.05.2017
14:00 – 15:30
Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. Sicherheit in der Transportkette: Das System „Trusted Carrier“
Forum IV 10.05.2017
10:00 – 11:30
air cargo europe Das Zeitalter von Digitalität und Vernetzung – Das Ende der traditionellen Logistikdienstleister?
Forum IV 10.05.2017
14:00 – 15:30
VerkehrsRundschau Offene Telematik-Plattformen und wie sie die Logistik verändern
Forum IV 10.05.2017
16:00 – 17:30
Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V. (VDV) Digitalisierung – Automatisierung – Elektromobilität! Wie kann die Schiene noch umweltfreundlicher und produktiver werden?
Forum I 11.05.2017
12:00 – 13:30
Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V. Newcomer in der Logistik
Forum II 11.05.2017
10:00 – 11:30
LOGISTRA / HUSS-VERLAG GmbH Vom Lastenrad bis zum E-LKW: Alternative Fahrzeuge für die City-Logistik
Forum II 11.05.2017
14:00 – 15:30
Rail Business Forum (DVV Media Group GmbH) & Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V. Güterbahnen 4.0: Digitalisierung im Schienengüterverkehr – Chance für Logistik mit der Schiene?
Forum III 11.05.2017
12:00 – 13:30
Bitkom e.V. Von A nach B – wie die Digitalisierung die Lieferkette revolutioniert!
Forum IV 11.05.2017
10:00 – 11:30
air cargo europe Vertrieb und Kundenservice organisatorisch anpassen und den Kunden von heute erreichen
Forum IV 11.05.2017
14:00 – 15:30
Vereinigte Fachverlage GmbH / fördern+heben Digitalisierung jetzt! Die Rolle der Intralogistik
 
 
Highlights
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Messebesucher der transport logistic

Der führende Branchentreff

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