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City-Logistik: Beispiele für gelungene Kooperationen

Entwicklungen wie der Boom des Online-Handels und der zunehmende Verkehr in den Städten stellen die City-Logistik vor große Herausforderungen. Es wird immer enger auf der letzten Meile, darüber sind sich auch die Experten in den Foren der transport logistic 2019 einig. Die Lösung: ein kooperativ getragener Mix aus neuen Technologien, gemeinsam genutzter Infrastruktur und mündigen Verbrauchern. Beispiele für gelungene Kooperationen zeigen, wie sich die City-Logistik dem Wandel stellen kann.

Die City-Logistik steht vor Herausforderungen

Es droht der Verkehrskollaps in den Städten: Bis 2030 sollen allein die Kurier-, Express- und Paket-Sendungen um zwei Drittel steigen. Dabei machen sie nur fünf Prozent vom täglichen Lieferverkehr aus. Diesen dominiert neben Stückgut der stationäre Handel mit 75 Prozent. Ganzheitliche Lösungsansätze sind nötigen, um sich dieser Herausforderung zu stellen.

Beispiele innovativer Lösungen für die City-Logistik

Um die letzte Meile mit cleveren Lösungen sauber, gebündelt und staufrei zu gestalten, sind vor allem Bund, Länder und Gemeinden gefragt. Davon ist Dr. Raimund Klinkner als Präsidiumsvorsitzender des Deutschen Verkehrsforums überzeugt. Die Politik müsse mehr Testfelder für die Vielzahl neuer Technologien und Ansätze organisieren.

Denn an Ideen mangele es nicht, ist Klinkner überzeugt. Bereits heute werden verschiedene Lösungen getestet, die alle ihren Platz brauchen. Dazu zählen beispielweise:

  • paketliefernde Roboter und Drohnen,
  • der Einsatz alternativer Verkehrsträger wie Wasserstraßen oder Straßenbahnen,
  • unterirdische Röhrensysteme oder
  • Mikro-Depots für die emissionsfreie Auslieferung per Cargobike.

Ein einfacheres Genehmigungsverfahren wäre hier ein erster wichtiger Schritt.

Die Zukunft: Gemeinsame Lösungen für die City-Logistik

„Wir können nicht mit einem Big Bang alles umstellen“, berichtet der Hamburger Senatsdirektor Lutz M. Birke, dessen Region als Vorreiter bei neuen Lösungsansätzen gilt. Er erzählt von Erfahrungen mit Paketrobotern, die aktuell unbegleitet im Testeinsatz sind und Drohnen, die mit Gewebeproben zwischen Krankenhaus und Labor hin- und herfliegen.

Doch trotz seiner progressiven Einstellung geht es auch bei ihm nur in kleinen Schritten voran. Warum? Weil es Zeit braucht, bis alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Und das ist seiner Ansicht nach eine der wichtigsten Voraussetzungen.

Die Zukunft der Logistik liegt daher in der gemeinsam getragenen Verantwortung, so der Tenor vieler Aussagen zur City-Logistik in den Foren der transport logistic 2019.

Auch der Verbraucher trägt Verantwortung

Einen Teil dieser gemeinsamen Verantwortung trägt der Endverbraucher. Er entscheidet beispielsweise, ob er die Ware innerhalb weniger Stunden als Same-Day-Delivery braucht oder zugunsten des Preises etwas länger warten kann und eventuell zur Paketstation läuft. Das macht große Unterschiede in der Logistikkette aus.

Der Verbraucher wird also auf lange Sicht ein Bewusstsein dafür entwickeln müssen, dass sein Konsumverhalten die Logistik beeinflusst, im E-Commerce genauso wie im stationären Handel.

Kooperation als selbstverständlicher Teil der Planung

Die Kooperation zwischen Kommunen, Logistikdienstleistern und Technologieanbietern stellt einen weiteren entscheidenden Faktor dar. Dabei kommt es darauf an, dass der Kooperationsgedanke von Anfang an und ganz selbstverständlich Teil der Planung ist.

Die Vorteile:

  • So könnte die Logistik beispielsweise bei zukünftigen Quartiersentwicklungen automatisch Teil des Konzepts sein.
  • Kommunen könnten sich dafür verstärkt mit eigenen Flächen oder Anreizen für die Wirtschaft einbringen und
  • bestehende Infrastruktur wie Bahnhöfe oder Parkhäuser besser ausnutzen.

Beispiel für eine gelungene City-Logistik-Kooperation

Das Paradebeispiel für eine gelungene Kooperation ist das Projekt KoMoDo im Berliner Kiez Prenzlauer Berg. Für diesen Ansatz haben sich die fünf größten Paketlieferdienste DHL, DPD, GLS, Hermes und UPS auf einer kommunalen Fläche über einen Micro-Hub für Cargobike-Auslieferungen organisiert.

„Dafür brauchen wir weniger zeitraubende Genehmigungsmarathons“, so Birgit Heitzer, Logistikleiterin der REWE Group. Als Negativbeispiel nennt sie hingegen ein Forschungsprojekt zur Nachtbelieferung von drei Filialen.

© Tatabrada

Fazit: Kooperationen als Chance für die City-Logistik

Bei durchschnittlich 40 Paketsendungen pro Kopf und Jahr, Tendenz steigend, und einem Umfeld verschärfter Rahmenbedingungen vom Klimawandel bis hin zum Fachkräfte- und Flächenmangel, ist die Zeit der kleinteiligen Förderung spezifischer Einzellösungen vorbei.

Fakt ist: Der Verkehr nimmt nicht ab. Aber es gibt Chancen. Die Technologie ist da und die Bereitschaft zur Kooperation unter allen Beteiligten nimmt zu. Wäre dem nicht so, würde die provokante Frage „Hat die letzte Stunde für die letzte Meile geschlagen?“ im Titel eines der Foren auf der transport logistic 2019 schneller Wirklichkeit, als es alle Beteiligten wahrhaben wollen.

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